Und dann drückte das Leben mal eben die Stopptaste.
Und das nicht gerade zaghaft, sondern mit voller Wucht.
Das war der Wendepunkt, oder eher gesagt, erstmal der absolute Tiefpunkt.
Ich verlor meinen Job durch ein Ereignis, auf das ich selbst keinen Einfluss hatte. Durch meine Position musste ich mir selbst die Kündigung schreiben. Und selbst da funktionierte ich noch mit einem Lächeln im Gesicht. Meine Devise: Weitermachen, stark und souverän sein, bloß nichts anmerken lassen.
Es riss mir den Boden unter den Füßen weg. So viele Jahre hatte ich doch alles rein gegeben. Immer verfügbar, immer erreichbar, selten krank, immer für alle da. Mich dauernd hintenangestellt. Und nun stand ich quasi vor dem Nichts.
Wer war ich denn ohne meinen Job?
Ich wusste es nicht. Ein Großteil von mir hatte sich all die Jahre genau darüber definiert. Jetzt war es an der Zeit, mir die Fragen zu stellen, denen ich sehr lange gekonnt ausgewichen war.
Was will ich eigentlich? Was brauche ich? Warum fällt mir Nein sagen so schwer?
Warum ist es mir so wichtig, dass alle mich mögen, mit mir zufrieden sind?
Und was glaube ich zu verlieren, wenn ich für mich einstehe?
Der Weg zu diesen Antworten war alles andere als bequem. Herauszufinden, wer ich bin, was mich ausmacht und was eben auch nicht, was ICH will, gerade auch, wenn niemand etwas von mir will, war nicht nur anstrengend, sondern tat zwischendurch richtig weh.
Und doch fühlte ich mich auf diesem Weg befreiter…